Die Betreuung von Schwangeren liegt uns ganz besonders am Herzen. Wir freuen uns, Ihnen in dieser besonderen Zeit zur Seite stehen zu können, Sie zu beraten und in Zusammenarbeit mit unseren Hebammen zu begleiten. Wir bieten eine begleitende Hebammensprechstunde an, die Ihnen Gelegenheit gibt, alle für Sie wichtigen Fragen zu klären. Sie können auch Termine zur Akupunktur, Geburtsvorbereitungskursen und zur Nachsorge nach der Entbindung bei Ihnen zu Hause vereinbaren. Wir möchten Sie rundum betreuen und Ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Die meisten Schwangerschaften verlaufen glücklicherweise problemlos. Bei besonderen Risiken ist eine intensivere Betreuung notwendig, die wir gerne durchführen. Dazu gehören Vorerkrankungen oder Besonderheiten bei vorausgegangenen Schwangerschaften oder bestimmte Konditionen wie ein Bluthochdruck oder Schwangerschaftsdiabetes. Durch den Schwerpunkt der Pränataldiagnostik und Perinatalmedizin in unserer Praxis können wir Ihnen alle gängigen Untersuchungsmethoden dazu anbieten. Wenn die Situation dies erfordert, sind wir sogar 24 Stunden für Sie erreichbar.

Wenn Sie vermuten, dass Sie schwanger sind, rufen Sie uns zur Terminvereinbarung an oder kommen persönlich in unserer Praxis vorbei. Wir werden dann die erste Blutabnahme vornehmen und abhängig vom Schwangerschaftsalter weitere Untersuchungstermine vereinbaren oder die erste Untersuchung bereits bei diesem Termin vornehmen. Wir führen alle in den Mutterschaftsrichtlinien vorgeschriebenen Untersuchungen durch. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, mehr für die Sicherheit der Schwangeren und ihres heranwachsenden Kindes zu tun. Wir werden die verschiedenen Untersuchungen in einem persönlichen Gespräch mit den werdenden Eltern genau erörtern und mit Ihren individuellen Bedürfnissen abstimmen.

Erster Vorsorgetermin (7. - 12. SSW)

Wir führen eine körperliche Untersuchung, wenn erforderlich inkl. Krebsvorsorge und die erste Ultraschalluntersuchung durch. Diese dient zum Nachweis einer in der Gebärmutter befindlichen intakten Schwangerschaft und zur genauen Festlegung des Schwangerschaftsalters. Außerdem führen wir ein intensives Gespräch mit der Schwangeren und ihrem Partner.

Ersttrimester-Screening (12. - 14. SSW)

Mit dieser Untersuchung lässt sich das Risiko für Chromosomenstörungen ermitteln. Im Wesentlichen geht es darum, die häufigste Chromosomenanomalie, die Trisomie 21 (Down-Syndrom) zu entdecken. Die Risikoberechnung beruht auf einer eingehenden Ultraschalluntersuchung bei der die Nackentransparenz gemessen wird und das kindliche Nasenbein dargestellt wird. Bei der Nackentransparenz handelt es sich um einen schmalen Flüssigkeitssaum unterhalb der Haut im Bereich des Nackens des Kindes. Mit dieser Untersuchung können ca. 90% der betroffenen Kinder entdeckt werden. Abgesehen von der Risikoberechnung für Chromosomenstörungen wird bereits in diesem frühen Schwangerschaftsstadium die Organentwicklung des Kindes beurteilt (früher Organultraschall). Viele Störungen lassen sich zu diesem Zeitpunkt bereits ausschließen. Diese Untersuchung hat neben dem späteren Organultraschall einen sehr hohen Stellenwert unter den diagnostischen Möglichkeiten. Das Ersttrimester-Screening wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt.

Ggf. Fruchtwasseruntersuchung/Amniozentese (ab 15. SSW)

Die Amniozentese empfiehlt sich bei erhöhtem Risiko für Chromosomenanomalien und wird in unserer Praxis regelmäßig durchgeführt. Chromosomenstörungen lassen sich sicher nachweisen. Andere Erkrankungen wie z.B. Stoffwechselerkrankungen oder Organfehlbildungen lassen sich jedoch nicht diagnostizieren.

Organultraschall (18. - 21. SSW)

Diese Untersuchung führen wir zur genauen Beurteilung der kindlichen Entwicklung und der Organe durch. Insbesondere der Beurteilung des Herzens (Echokardiographie) kommt eine besondere Bedeutung zu. Mittels Farbdoppler, einer farblichen Darstellung der Blutflüsse, lassen sich Gefäße gut darstellen.

Oraler Glukosetoleranztest (24. SSW)

Etwa 5-10% aller Schwangeren produzieren zu wenig Insulin, um den in der Nahrung enthaltenen Zucker adäquat abzubauen. Die betroffenen Frauen entwickeln einen sogenannten Gestationsdiabetes, der unerkannt ein hohes Risiko für das ungeborene Kind bedeutet. Diese Erkrankung kann sehr gut behandelt werden und so das Risiko für das Kind minimiert werden. Wir kooperieren mit diabetologischen Schwerpunktpraxen, die ggf. in die weitere Betreuung mit eingebunden werden.

Dopplersonografie (ab 26. SSW)

Diese Untersuchung dient zur Beurteilung der Versorgung des ungeborenen Kindes. Dabei wird der Blutfluss in den kindlichen Gefäßen und in die Durchblutung in den Gefäßen der Gebärmutter gemessen. So lassen sich frühzeitig Patientinnen mit einem erhöhtem Risiko für Durchblutungsstörungen entdecken, die ein verzögertes kindliches Wachstum zur Folge haben können. In diesem Fall oder bei einem erhöhten Risiko für Durchblutungsstörungen werden wir die Untersuchung in regelmäßigen Abständen wiederholen. Zusätzlich werden wir zur Überwachung des Kindes CTG-Kontrollen (simultane Aufzeichnung der kindlichen Herztöne und der Wehen der Mutter) durchführen, die Aufschluss über das kindliche Befinden geben.

3D- bzw. 4D-Sonografie (ab 26. SSW)

Viele Frauen wünschen eine realistische Darstellung ihres ungeborenen Kindes. Mit dieser Technik können unter optimalen Bedingungen fotoähnliche Bilder des Kindes gewonnen werden. Die Untersuchungsbedingungen müssen dafür allerdings entsprechend gut sein. Gern stellen wir Ihnen eine Fotoauswahl auf Datenträger zusammen. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen und gelegentlich auch von den privaten Kassen nicht übernommen.

Wir empfehlen bei vorausgegangenem unauffälligem Ultraschall zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels eine weitere sonografische Kontrolle in der ca. 36. SSW, um die Lage des Kindes zu beurteilen zu können und eine Gewichtsschätzung abgeben zu können. Diese Untersuchung ist kein Bestandteil der vorgeschriebenen Mutterschaftsvorsorge und stellt somit eine Wunschleistung dar.

Screening auf B-Streptokokken (36. SSW)

Unser Körper ist mit zahlreichen Keimen besiedelt. Die meisten sind ungefährlich. Insbesondere die sogenannten B-Streptokokken sind jedoch für Neugeborene gefährlich und können bei Kontakt im Geburtskanal zu schweren kindlichen Infektionen bis hin zur Sepsis führen. Die Schwangere hat in der Regel keinerlei Symptome, die auf eine Besiedelung mit diesem Keim hinweisen. Wir bieten daher einen speziellen Test an, um vor der Geburt feststellen zu können, welche Schwangere Keimträgerin ist. Unter der Geburt kann ggf. dann ein Antibiotikum gegeben werden, um eine Übertragung auf das Kind zu vermeiden. Auch diese Untersuchung ist nicht vorgeschrieben, und muss daher von gesetzlich Versicherten selbst bezahlt werden.

Wir erreichen mit den Untersuchungen im Schwangerschaftsverlauf ein hohes Maß an Sicherheit. Dennoch bleibt selbst bei Einsatz aller diagnostischen Möglichkeiten immer ein „Restrisiko“. Es ist nicht möglich, alle körperlichen oder chromosomalen Fehler und alle Krankheiten eines Kindes zu entdecken.